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Dem Schönen, dem Wahren, dem Guten!

Mittwoch, September 14th, 2005

Was ist schön? Was wahr; was gut? Gut ist, was gut für uns ist. Nicht nur jedem einzelnen, sondern erst recht allen gemeinsam. Etwas schönes ist auch immer wahrer als etwas häßliches. Auch wenn der Volksmund anders spricht, wenn er sagt: „Die Wahrheit ist häßlich.“ Schön ist man nicht für sich, sondern immer für andere. Bin ich schön, dann nur für ein paar oder viele andere. Je mehr desto weniger subjektiv ist meine Schönheit, aber objektiv? Was ist bei 50/50 Schönheit? Und wenn 2/3 mich schön fänden, ich aber nicht?

Jemand Schönem wird eher geglaubt, jemand Schönes ist eher gut! Also schön & gut! Auf der Sonnenseite ist alles einfacher, so scheint es. Schönheit ist vor allem ein Produkt der Jugendlichkeit und der Medien. Bei intersubjektiver, objektiver, Schönheit gibt es doch trotzdem Punkte, warum man bulimisch werden kann oder sich unters Messer legt. Eine Idee, die einen vermutlich nicht mehr loslässt, auch im unvermeidlichen Alter nicht mehr. Diese Idee ist so ideell, dass sie nie erreicht werden kann, es sei denn, man verlässt sich auf die Idee und kehrt ab von ihr. Schön und gut.

Einfach zu verlassen ist sie wohl nicht, die Idee der Schönheit die immer währt. Der Blick in den Spiegel lässt entdecken, worauf wir gebaut sind. Die ideale Figur und Spannkraft lässt nach, der Alterung wird nachgegeben. Doch ist der Jugendkult fest begründet! Wer möchte sich schon Alt sehen und unfähig das zu machen, was einem in seiner Jugend nichts ausmachte?

Schönheit ist objektiv. Und subjektiv. Ganz klar ist ein Eichenblatt schön. Eindeutig auch bei einfachen Formen. Das mathematische Teilungsverhältniss lässt sich hingegen nicht so einfach und schnell auf viele Insekten übertragen.
Ein einfacher Marienkäfer ist schön. Eine Gottesanbeterin schon weniger. Eine Kakerlake schon mal gar nicht. Diese großen Unterschiede auch unter den Kakerlaken sind zu unüberschaubar und komplex und deshalb beängstigend, weil unfassbar und dann ekelhaft.
Ein Marienkäfer hat mal 4 Punkte, mal 6. Süß!

Schönheit besteht aus erwartbarem, symmetrischen und gelernten Mustern.

Nicht nur die Schönen in der Werbung und auf anderen Titelseiten sind „schön“, auch die Schönen unter uns sehen meist aus wie in der Werbung. Modern, geschminkt usw.
Gerade amerikanische Filme über HighSchool und Liebeskomödien haben oft ein häßliches Entlein, die dann aber zur absoluten Uebertraumfrau mutiert, weil sie nur ihre Brille abgenommen und die Haare geöffnet hat. Und natürlich mal geschminkt.

Schönheit ist eben keine Panzerglassbrille, offenes Haar und Schminke. Und da man nur selten mit sich zufrieden ist, reicht es zur Schönheit ein paar Kontaktlinsen, langes Haar und geschickt geschminkt zu sein.
So kann man die hübscheste Frau angeblich unattraktiv machen, aber auf jeden Fall die häßlichste noch attraktiv, da die meisten Attribute der dargestellten Jugendlichkeit erfüllt sind.

Europäischer Standard in der Schönheit sind mittlerweile auch Rasuren und Collagen, Botox und Silikon. Geblieben ist das Schönheitsideal. Im Idealfall rank & schlank – im Notfall rund & gesund. Gerne auffällig, aber nicht so, dass es auffällt.

Männer ziehen wieder nach, wo Männer doch eine gewisse Zeit lang das Ideal einer Gesellschaft verkörperten. Wir” holen wieder auf und rasieren uns auch fast komplett, wenn es auch keine festen Standards gibt. Zumindest gibt es für die Veröffentlichung des Körpers am Strand, oder auf dem Titelblatt auch möglichst glatt zu sein. Weder Falten, noch Haare sollen die Projektionsfläche der ewigen Jugendlichkeit zerstören.

Tatsächlich sterben die guten alten Charaktäre aus und werden durch immer jüngere und glattere Typen ersetzt. Nicht nur im Film – auch in der Musik. Möglicherweise liegt es an der Computertechnik für Visualisierung. Noch ist es zu aufwendig mit Computergrafik Dreck, Schmutz und Alter zu simulieren. Aber bald wird es wohl keinen Unterschied mehr machen und wir können alle wieder älter aussehen, weil die Helden und sympatischeren Anti-Helden ja auch alle Dreck am Stecken haben.

So ist weniger Schön heutzutage wieder wahrer, wenn der Top Popo nicht mit Photoshop bearbeitet wurde. Nach der digitalen Kälte kommt langsam die analoge Wärme wieder rein. Allerding auch digital synthetisiert. Man will ja die Kontroll nicht verlieren über „sich“.

Wobei wir beim Weltmarktführer für Schönheitsprodukte wären – Adobe Inc.
Mit seiner neuen Linie Adobe CS Suite Premium kommen nicht nur die Farben besser zur Geltung, auch die optischen Störungen können effizient vermieden, oder einfach korrigiert werden.

Ein anderer Weltmachtführer ist … George Bush ist es nicht, … die „Schatten-“Minister hinter der Bush-Adminstration. So viel Eifer kann eine Person gar nicht haben. Es gibt viel zu tun, wir arbeiten dran. Amerika ist ein schönes und stolzes Land, doch es läuft sehr viel schief. Eine Freiheit, die es nicht mehr gibt, wird gelebt, ohne Konsequenzen. Die Konsequenz könnte sein, dass es SUVs nicht in der Anzahl gäbe. Das Fleisch teurer wäre als Obst und das es eine offene Demokratie gäbe.

Eine Freiheit zwischen PepsiCo. oder CocaCola zu wählen, zu wählen zwischen Maxi oder XXL. Entscheidungen. Eintscheidungen die schon längst gefällt sind, von Menschen die es gut mit allen meinen, schließlich werden sie auch von jedem in Form von Aktien bezahlt.

Aber um mal etwas lesbares zu schreiben:
Es steckt keine böse Absicht hinter allem. Weder die Verschweigungen, noch die Lügen. Auch der Joghurt muss keine echten Früchte enthalten. Es scheint mir wie ein Spiel, wo jeder mitspielt, mit Regeln, die funktionieren, jeder kommt immer mit einem blauen Auge davon – doch richtige Drahtzieher gibt es keine. Keiner der wirklich verantwortlich wäre. Selbst wenn die Wahrheit jedem klar wäre, wer würde aus seiner Situation heraus alles riskieren um eventuell etwas „besser“ zu machen?

Es ist nicht Bush, es war nicht Hitler, es war nicht Pontius Pilatus und auch nicht das römische Volk. Die Deutschen waren es auch nicht und auch sind es nicht die Amerikaner, die Schuld an dem Irak-Krieg, dem Holocaust oder der Kreuzigung haben.
Wer nicht als „Verlierer“ Krieg steht, kann leicht Schuldige bestimmen. Leider gibt es beim Krieg keine Gewinner. Nur Sieger und Besiegte.

Der Sieger macht es leicht aus: Schuldig sind die ohne Macht. Auch verantwortlich für alles und jeden Missstand.
Der Sieger schreibt auch die Geschichtsbücher. Und ergänzt, andert und kontrolliert. Allein daher ist es die gute Pflicht und das Recht von Amerika weiterhin Geschichte zu machen, sonst könnte die Bilanz fällig werden.

Auf der anderen Seite darf nicht vergessen sein, dass die neuen Besiegten mit grosser WAhrscheinlichkeit die alten Sieger waren. Auch die Azteken und weitere Hochkulturen waren nicht ohne! Wer ohne Sünde ist …

Die neue Qualität ist bei amerikanischen Machtspielen die Manipulation der Meute. Wer sich wehrt wird zum Schutz aller entfernt. So gibt es keinen Schmutz und keinen Trueman. Nur glatte Fassaden und nette Gesten. Die neue Wahrheit ist schön und gut.
Moment! Es ist doch schon längst so … hm.

Die Frage ist letztlich nur – stehe ich drauf, oder stehe ich drüber?

H-Milch oder H-Bomb?

Samstag, Juli 9th, 2005

Wieder mal ein Monolog. Über ent-Scheidungen. Über das Zusammentreffen von Fiktion und Realität, oder eher Vorstellung und Realisierbarkeit.

Zwischen der Idee und der Realisierung steht nicht mehr viel zwischen; im Weg. Die meisten Hürden sind schon überwunden, wenn auch immer mit Verlusten. Nichts wird einem geschenkt, daher vielleicht!

Entscheidungen, Entschlüsse: Wir sehen „Objekte“ nicht mehr von weitem sondern werden eins mit dem Betrachteten Gegenstand. Wir werden ent-schieden, wir werden ent-schlossen. Wir öffnen uns, aber erst nach der Ehe mit dem anderen und fremden.

Wollen wir einen Baum fällen, schwirrt uns der Gedanke im Kopf herum, wie wir am Besten den Baum zu Fall bekommen. Solange wir denken, sind wir entschieden, wir haben keine einzige Lösung, sondern viele. Solange wir ent-schließen, sind wir noch nicht ent-schlossen. Erst mit der Aktion lösen wir das Problem der vielen Lösungen, haben eine Lösung gefunden, eine Entscheidung getroffen. Offen durch die Einheit mit dem vorgestellten Objekt. Durch Gedanken sind wir immer getrennt von unserer Umwelt. Erst wenn wir den Baum nutzen, werden wir eins mit ihm. Ob wir ihn zur Orientierung nutzen, oder zum Tisch herstellen, wir haben nicht nur ein Bild von einem Baum im Kopf, sondern auch einen realen „Begriff“ gemacht. Wir begreifen die Idee vom Baum und verstehen. Der Baum als reine Idee, der ideale Baum also, verschwindet und es tritt der Reale hervor. Mit diesem neuen, imperfekten Bild müssen wir leben.

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wer auf Details fixiert ist, kann sich nicht der wahren Schau öffnen. Die Gesamtheit bleibt einem Unzugänglich.
Intellektuell lässt sich so Natur niemals fassen, da Natur kein menschliches intellektuelles Konzept ist. Erst die kulturelle Maschinerie ist als menschliches Konzept ist verständlich. Natur kann so nur poetisch & wissenschaftlich usw. versucht gefasst zu werden, doch niemals nur theoretisch.

Auch wenn wir uns als Anti-Natur verstehen, also Natur objektivierbar gemacht haben, den perfekten wissenschaftlichen Standpunkt einnehmen können, müssen wir zugegebenermaßen anerkennen, dass wir sogar als „Aussenstehende“ Beobachter Natur nicht unbeeinflusst sehen können, also nicht nur subjektiv, sondern auch in Wechselwirkung. Vielleicht fühlt die Tomatenstaude sich von einem mehr beobachtet, als von jmd. anderem! So gesehen können wir den Wissenschaftlern nicht trauen, aber sollten wir das? Wollen wir Angela Merkel als Bundeskanzler/-in?

Entscheidungen sind jedoch das, was Leben ausmacht. Jede Amöbe hat die Möglichkeit sich zu entscheiden. Es gibt immer 2 Wege, die man gehen kann, und das trifft auch auf anderes Leben zu. Eigentlich die Definition von Leben - entscheiden zu können.

Wer an einer Gabelung steht, muss sich entscheiden wohin er gehen will. Erst nach der Entscheidung ist der Entscheidende durch den Entschluss wieder entschlossen und somit bei sich.

Die Möglichkeiten sind für eine Amöbe beschränkt, doch haben wir mehr Möglichkeiten zu entscheiden, oder sind es nicht auch immer nur ja und/oder nein Entscheidungen? Auto ja/nein, trinken ja/nein, sekt / selters, dann aber im Konsens: trinken ja, aber was!

Auch beim Schach gibt es nur wenige Entscheidungen. Anzahl der eigenen Figuren mal Anzahl derer Zugmöglichkeiten.

Doch beschränken sich die meisten unserer Entscheidungen in dem entscheidenden Moment auf 1 oder 2.
Und dann käme die Vorbestimmung ins Spiel, dass wir nun doch nicht so entscheiden, wie wir denken, sondern die Entschlüsse schon vorher gefasst wurden, durch kulturelle, familiäre und kommerzielle Einfüsse.

Wir führen ein Leben. Wir führen aus, was in uns steckt. Wir führen ein Leben aus, das zu grossen Teilen vorbestimmt ist. Doch genug davon!

Zurück zur Natur:

Wenn wir früher Entscheidungen zu treffen hatten, hatte das meist nur sehr unmittelbare Auswirkungen. Ein Eichhörnchen fasziniert durch seine Vorrats-Käufe und -Verstecke. Es denkt weiter und mit etwas Instinkt und Glück findet es sein Versteck auch wieder vor, wenn es in der Not ist und es ist noch was drin.

Ein Eichhörnchen „denkt“ weiter, trifft Zukunftsentscheidungen. Wir denken noch weiter, wenn auch nur sehr egoistisch. Es sind mittlerweile viele Maschinen unter uns, die menschliche Aufgaben erledigen. Von der Idee der weißen Wäsche und der weißen Wäsche an sich steht nur noch der Wäschekorb, das Sortieren, das Waschmittel und ein paar Knöpfe und der Kondenstrockner mit weiteren Schaltern.

Die Arbeit, der beschwerliche Weg, ist reduziert worden. Auch Obst und Milch kommen aus dem Supermarkt. Wer pflückt und melkt noch selbst? Niemand mehr, denn auch die Bauern lassen melken und pflücken. Die Arbeit ist die des Controllers, des Wirtschafters hinter dem Steuerpult.

So wie ich gerade Musik höre, merke ich auch den hohen Elektro-Anteil der deutschen Pop-Musik. Das sind ja auch „nur“ Knöpfe und Regler. Die Programmierung hinter jeder großen CD nimmt einen immer größeren Anteil und auch die Musiker sind von Handwerkern und Künstlern zu Programmier-Künstlern geworden. Vieles wird auch einfach nur re-Mixed. Also 100% Konserve mit der Maschine geändert und wieder sauber konserviert.

Auch brauche ich zum korrigieren kein Tipp-Ex mehr. Nur noch eine Taste. Rückstandsfrei.

Zigaretten kommen aus Automaten auf das Fließband des Supermarktes oder Hypermarktes, wenn in Frankreich. Flaschen werden auch Automat-isch, also durch einen Automaten zurückgenommen. In Holland erfolgt auch die Frittenbude über Automaten, in Japan werden Sushi am Fließband gegessen – ganz traditionell.

In der neuen S-Klasse stehen, oder eher sitzen dem Fahrer nun so viele Assistenten zur Verfügung, dass man sich fragen könnte, was der Mensch noch macht außer in spontanen Situationen einzugreifen in den „Assisted Mode“. Tempomat, Climatronic, Automatik, ESP, usw.

Der Blinker blinkt schon selbsttätig bei Lenkradeinschlag. Die Lampen neigen sich mit, oder eher „gieren“. Mehrere Radars überprüfen die Umgebung nach Hindernissen, Infrarot-Kameras bereiten ein Bild auf, das im Sichtfeld Lebewesen hervorgehoben darstellt.

Es werden heute nur noch wichtige Zukunfts-Entscheidungen verlangt, wie Versicherungswahl, Autowahl, Politikerwahl, usw. – alles auch über Internetformulare, oder Touchscreen. Den Rest erledigt die Maschine.

Wo ist das Wert-Papier, wo der direkte Kontakt zum Minister? Indirekter geht es kaum, als elektronisch, oder ist die elektronische Kommunikation bald die direkteste, die wahrste? Gibt es keinen Gerichtsschreiber, -zeichner mehr, weil die Zeit vor ist.

Werbung könnte auch so sein: Kaufen sie den Knopf, der für viele die Welt verändert hat (der die Hiroshima-Bombe ausgeklinkt hat). Möge die Macht (Amerika?, Gott?) mit Ihnen sein! Die Todespiloten waren sich lange nicht im klaren, was sie da machen und das es doch kein Spiel ist. Bei der Detonation haben Sie fassungslos mit angesehen, was sie bewirkt haben. Und sich später Ihre Leben genommen. Mit einem Knopfdruck wird nichts folgenreiches verbunden.
Es könnte Milch aus einem Kaffeeautomaten sein, oder auch eine Bombe abgeworfen werden. Die letzte Entscheidung hat der, der den Knopf drückt, und bestimmt war es ein einfacher Knopf, wie er auch noch in vielen anderen Bereichen eigesetzt wird.

Es ist schon verrückt, da Knöpfe keine Natur nachahmen; es gibt nicht einen Original-Knopf aus der Savanne, mit dem man früher etwas bestimmtes gemacht hat. Knöpfe haben Hemden zusammengehalten.

Deshalb sind sie wohl auch so universell - es gibt keine Analogie zur Natur, zu irgendeinem Ursprung. Knöpfe waren schon immer programmierbar. So gesehen gibt es keinen Unterschied zum Touchscreen, keinen Vorteil, noch das Druckgefühl zu haben. Ausser evtl. das man einen Touch-Screen eher aus Versehen fehlbedienen kann. Brauchen wir Knöpfe mit Funktionen an einer bestimmten Stelle, oder reicht nicht auch ein Tastenfeld mit sich ständig wechselnden Funktionen. Tastenbelegungen, wo hinter jeder Taste mehrere Funktionen beherbergt sind. Wie auch bei verschiedenen Geschicklichkeitsspielen, wo Kombinationen aus Geräuschen und wechselnden Tastenbeleuchtungen ins Gedächnis gerufen werden sollen. Die Sequenzen werden immer länger. Memory mit ständig wechselnden Motiven. Werden so unsere Computer-Kinder zu zukünftigen Programmierern porgrammiert?

Doch was vermittelt diese Schnittstelle zwischen Vorstellung und Realisierung? Im Internet wird oft auf Buttons mehrfach geklickt, wenn nichts zu passieren scheint. Die Programmierung, die dadurch durcheinander gerät ist geschützt durch „Bitte nur 1x klicken“ oder „only click once“. Aber ich kenne keinen, der das liest. Ausser dem der es kennt, nimmt es keiner wahr.

An Kreditkartenabrechnungen ist sehr gut zu erkennen, das den meisten die abstrakte, verdeckte Art der Knopfbestimmten Lebensführung nicht gut bekommt. Dann sind wir wohl doch noch nicht bereit für Internetkäufe per Kreditkarte.

Ein Schüler von mir staunte nicht schlecht, als er sein geliebtes Spiel für den Mac per Software-Download bekam und nur 2 Euro per Kreditkarte zahlen musste.
Da erscheine ich ihm wie ein Halb-Gott, wenn er es nicht in fünf Jahren schafft an das Spiel zu kommen, was ich in 5 Minuten auf mehreren Rechnern habe und ein paar Minuten später zusätzlich auf CD.

Das ist die Angst und Faszination, die von Knöpfen und Programmierern ausgeht, wir programmieren jetzt schon nicht nur unsere Welt, sondern auch die der ins Altenheim geschickten, und unserer Kinder. Die Matrix ist real, weil wir die Realität virtualisieren und Dinge machen lassen können, die vorher mächtige Maschinen gemacht haben und selbst die mächtigsten Maschinen zu unseren Zwecken programmieren können.

Das Problem im Internet, also auch des PCs, alle Knöpfe sehen gleich aus! Schlimmer noch als im Cockpit einer Linienflugmaschine. Es gibt Links, links und links. Doch einmal blau und unterstrichener Text, einmal als Button, wieder mal als Grafik, oder auch als Bild. Es gibt zwar einen gemeinsamen Sinn, doch keine Einheitliche Richtlinie, wie so was aufgebaut sein sollte. Navigation, Inhalt, Links sind überall und alles kann passieren, wenn man draufklickt.

Man kann es gut bei Handys sehen, die Menüstruktur ändert sich so oft, auch bei nur einem Hersteller, das man sicher sein kann, das noch viel passiert, bis sich ein richtig durchdachtes System, das sich Benutzerführung nennen darf, wieder als Menü eingesetzt wird.

Enscheidungen werden also über Knöpfe gemacht, ausgeführt dann von Maschinen. Daher sollte es auch wichtig sein, das Knöpfe eine Priorität verpasst bekommen, besonders im Internet, wenn es überhaupt etwas ändern sollte, da auch bei Kampfbomberpiloten der besonderste Knopf, nur ein Knopf ist von vielen, und es doch an der Bombe liegt, was am Ende passiert.

Eigentlich schade, dass so viel verloren geht bei den ganzen Knöpfen. Die ganze Erfahrungen die uns vorenthalten werden, weil wir keine Gefühle mehr haben können bei Knopf-Entscheidungen. Eine Bauchentscheidung kann eigentlich nicht über Knöpfe passieren. Oder eher umgekehrt, das der Mensch nur noch aus dem Bauch entscheidet, weil Knöpfe die rationellen Entscheidung abnehmen?

Vielleicht erledigt aber die Werbung uns und den Rest, der nicht aus dem Bauch kommen kann – Bedürfnisse zu wecken. Werbung ersetzt also Erfahrung und Gefühle. Es muss so sein, da man z.B. Schuhe, sollten es teure Sportschuhe sein, nicht wegen irgendwelcher materiellen Qualitäten kauft, sondern wegen der Beworbenen. Was auch immer das ist, es ist bestimmt nicht die Qualität der Sohle, die menschenfreundliche Herstellung und die umweltfreundliche Materialwahl.

So macht Werbung Bauch-Schmerzen, wenn man an Schuhläden vorbeikommt, ein paar Schuhe ansieht, und sich dagegen entscheidet.

Mindestens ein paar ähnliche Schuhe werden es werden, die Stimmung für Produkte der Art, sagen wir Sneaker, wird sensibilisiert, das Produkt wird in allen Situationen gezeigt, Salon-fähig gemacht.

Es fällt dann leichter sich dafür zu entscheiden, da man Sneaker nun überall sieht. In Sneaker Werbung zuerst, dann auch in hipper T-Com Werbung - indirekt, dann auch in Soaps, dann auch in Clubs und schließlich am eigenen Fuß, ganz direkt.

Oder andersrum, wenn sich einer als Trend-Setter versteht. Interessant, das sich Mode-Designer selten so kleiden, wie die Modewelt suggeriert.
Es täte auch ein Bikini, der ein paar Jahre alt ist, aber nicht, wenn die Werbung andere Modelle zeigt. Zum Glück sieht man leicht die Differenz von Werbung und Realität im Freibad. Bikinis in allen Größen und vor allem aller Jahrgänge.

Schuhe müssen da spezieller sein da man sich ansonsten optisch nicht so sehr unterscheiden kann, Blue-Jeans, T-Shirt mit Aufdruck, alle Menschen tragen trist im Winter, schwarze Kleidung, jeah! aber Schuhe die auch im Gegenlicht noch leuchten. Je weniger sie auf die Straße passen, desto modischer, moderner. Aqua-Shoes zur Zeit.

Entscheidungen führen zusammen, das Produkt und uns, werden getroffen schon vor uns, von unserer omnipräsenten Werbung, auch danach von Knöpfen, Tasten.

Um in unserer Welt bestehen zu können brauchen wir Entscheidungshilfen, Entschlusshilfen. Ampeln, Würfeln, Religion, Werbung. Wer weiß schon noch was gut für einen ist, wenn man Omas Rezepte gegen Schmerzen und Unwohlsein schon nicht mehr kennt und statt dessen einem Meer an Arzneimittelkonzernen & Ärzten glauben muss.

Wir brauchen Werbung, wir brauchen Knöpfe, auch vielleicht noch einen spirituellen Gott. Oder sollen wir wieder wie die Steinzeitmenschen leben?

Interfacials

Montag, November 8th, 2004

Da treten die austauschbaren und Gesichtslosen Computer zurück um auf das innere zu verweisen und dann das. Das Bedienkonzept. Maus, ein Taste, sechs Tasten. 3D-Scrollrad? Machen einen 6 Tasten irgendwie doppelt so schnell? Vielleicht ja 12 oder … wer weiß das schon. Eine scheint Anfängern und den meisten Mac-Usern ja seit Jahrzehnten zu reichen.

Ein typisches PC-Phänomen. Basteln, basteln, basteln. Sobald eine Maus mit noch nehr Knöppen rauskommt, wird die auch gekauft. Doch ich persönlich habe nie die mittlere Maustaste meiner Logitech Pilot-Maus benutzt. Einen Treiber installieren, nur damit ich unter Win3.1 und 95 einen Doppelklick spare?

Dann kam der Trackball der noch besser, schneller, höher weiter zeigte. Und zwar auf eine Maus. Dieser Trackball war die Hölle. Logitech Trackman Marble FX. Mit 4 nicht mit einer Hand zu erreichenden Tasten, die Hand verharrte und verstrarrte und verkrampfte und weg damit! Wenn es um Maus-Präzision geht, Pixelschieben oder 3D-Koordinaten halbwegs ausrichten, sind Trackbälle der halbe Weg in die Hölle. Ein Steiniger.

Dann der Microsoft XY Trackball Explorer Optical IntelliIrgendwas mit ersehntem (Sehne?) Scrollrädchen und kratzenden Metall führungsrädchen und Schrott-Druckpunkt. Ich mußte ihn benutzen, weil das Geld einfach zu Schade war nach so kurzer Zeit … hab ich mir den letzten Trackball angetan. Logitech Marble Mouse. Billige 2 Tasten. Unpräzise, Kugel zu klein. Weg damit.

Her mit dem Cube und der Ein-Tasten-Maus. Meine Lieblingsmaus, als ich erstmal die “Ctrl”-Taste entdeckt hatte. Scrollen geht immer mit Bild hoch/runter. Super! Weniger Maus, mehr Tastatur!

Und da kommt dann auch die Benutzeroberfläche ins Spiel, nicht meine Haut, sondern das OS: Betriebssystem.
Es ist zum heulen. Da ist Software so einfach zu ändern, und trotzdem so unterschiedlich. Aber auf alle Fälle eins: Unintuitiv.

Zuletzt: Suche nach einem Loop-Sequenzer. So sieht schlechte Software aus. Jede anders, zum Teil als hätte man ein Bild von einem Rack gemacht und dann Buttons drüberporgrammiert. Man muss die Einschränkungen der Geräte aus den 70ern nicht auf den Bildschirm übertragen und dann versuchen mit Trackball oder Maus bedienbar zu machen. Andere sind schon auf Bildschirm optimiert, aber nicht auf Benutzer vorgesehen.

Bei einer Demovorführung ist einem schwindelig geworden, wie oft da zwischen Bildschirmen hin und hergeschaltet wurde. Unglaublich!

Aber schlechte Software gibt es viel, besonders Windows-Shareware. Oder Arzt-Software. Nein es gibt auch gutes und in Zukunft auch besseres. Gut: Loop-Sequenzer, Multitrackrecorder, usw. In einem und man sieht es ihm nicht an: GarageBand. Die Windowswelt lechtzt nach dieser Software. Als gäbe es keinen Guten Windows-Pendants ;-)

OS der Zukunft? Wizard of OS! Es wird wohl viele Widgets und Wizards geben, Tasks. aber weniger Applikationen. Applikationen beruhen eh immer auf den gleichen Framework, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Entwickler gezwungen sind nur noch die Funktionen in das OS zu implementieren. Der Browser und der Dateimanager sehen gleich aus, andere Software folgt!

Und dann sieht es wohl so aus wie in StarTrek: LCARS. Es wäre zu hoffen, dieses Interface bietet alles! Jetzt erstmal genug für heute.

Erste Eindrücke

Sonntag, November 7th, 2004

Also diesmal sollte es klappen. Einfach war der Weg nicht gerade. Eher krum und schief war die Bahn …